Inhalt
Datum: 22.05.2026

Sanierung des Europabads Nienhagen verzögert sich

Bedauerlicherweise wird die Sanierung des Europabads Nienhagen mehr Zeit in Anspruch nehmen als ursprünglich geplant.

Die Ursachen dafür liegen insbesondere in den komplexen Anforderungen an die technische und statische Planung des Bestandsgebäudes. Baugenehmigung, Abbruch- und Rückbauarbeiten nahmen – wie bei vielen großen Bauprojekten – viel Zeit in Anspruch. Hinzu kommen die weiterhin sehr hohe Auslastung der ausführenden Firmen sowie eine allgemein angespannte Marktsituation infolge zahlreicher Förderprogramme und kommunaler Bauprojekte.

Im Projektverlauf ergaben sich umfangreiche Abstimmungen mit der Prüfstatik. Hintergrund hierfür waren neue Erkenntnisse nach Bauwerksöffnungen und der Freilegung der Deckenkonstruktion (siehe Foto), die insbesondere die Konstruktion und Lastabtragung des neuen Hallendachs betreffen. Parallel dazu erforderte auch die Feinplanung des neuen Energiekonzepts – insbesondere die Umstellung von fossiler Energieversorgung auf ein modernes Wärmepumpensystem – zusätzlichen Planungsaufwand.

Besonders anspruchsvoll gestaltet sich derzeit die konstruktive Ausführung der Lastabtragung des neuen Dachs auf die Mauern des bestehenden Gebäudes. Bereits im Vorfeld war allen Beteiligten bewusst, dass die planerische Verbindung von Neubau und Bestand hohe fachliche Anforderungen mit sich bringen würde.

Um die tatsächliche Beschaffenheit der später lastabtragenden Wände beurteilen zu können, musste zunächst die Schadstoffsanierung des Bestandsdachs abgeschlossen werden. Erst danach war eine genaue Begutachtung des Wandaufbaus möglich. Auf dieser Grundlage konnten Architekturbüro, Tragwerksplanung, Prüfstatik und der ausführende Zimmereibetrieb die konstruktive Anbindung des neuen Dachs an das Bestandsgebäude entwickeln und die erforderlichen statischen Nachweise erarbeiten. Diese mussten anschließend durch den Prüfstatiker freigegeben werden.

Dieses technisch komplexe Verfahren führt zwar zu Verzögerungen im Bauablauf, verursacht jedoch keine zusätzlichen Planungskosten. Die hierfür notwendigen Leistungen waren bereits im Rahmen der ursprünglichen Beauftragung der Planungsbüros berücksichtigt worden.

Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Sanierung des Europabads weiterhin im Rahmen der veranschlagten Haushaltsmittel bewegt. Dies ist bei öffentlichen Baumaßnahmen keineswegs selbstverständlich. Aktuell sind bereits rund 80 Prozent der Gewerke ausgeschrieben. Dadurch sinkt das Risiko weiterer erheblicher Kostensteigerungen bei den noch ausstehenden Vergaben deutlich.

Darüber hinaus konnten durch die inzwischen abgeschlossene Entkernung des Bestandsgebäudes sämtliche derzeit bekannten baulichen Unwägbarkeiten identifiziert und wirtschaftlich bewertet werden. Die Projektverantwortlichen sehen das Bauvorhaben deshalb insgesamt weiterhin auf einem soliden Kurs.

Klare Vorgabe an alle am Bau beteiligten Akteure bleibt, dass das Hallenbad in der Saison 2026/2027 eröffnet wird.

Hochbauamt der Samtgemeinde Wathlingen