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Datum: 08.04.2026

Notfallrettung: Samtgemeinde Wathlingen fordert strukturelle Nachbesserungen

In der Celleschen Zeitung vom 08. April. 2026 war zu lesen, dass die Versorgung im Landkreis Celle in manchen Bereichen nicht ausreichend ist. Im Hinblick auf die Fachausschusssitzung beim Landkreis Celle am 15.04.2026 nimmt die Samtgemeinde Wathlingen die aktuellen Ergebnisse zum Rettungsdienst im Landkreis Celle mit großer Aufmerksamkeit zur Kenntnis.

Der festgestellte Anstieg der Einsatzzahlen sowie die damit einhergehende Verschlechterung der Hilfsfristerreichung bestätigen eine Entwicklung, die auch in unserer Samtgemeinde Wathlingen Sorge bereitet.

Es ist nachvollziehbar, dass nicht planbare Einsatzdynamiken sowie infrastrukturelle Einschränkungen – etwa durch Baustellen – Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Rettungsdienstes haben. Gleichwohl entbindet dies nicht von der gesetzlichen Verpflichtung, eine flächendeckend verlässliche Notfallversorgung sicherzustellen.

Mit Blick auf die im Artikel der Celleschen Zeitung genannten Veränderungen im Bedarfsplan, insbesondere den Wegfall von Mehrzweckfahrzeugen und die Umstellung auf Notfallkrankentransportwagen, sehe ich als Samtgemeindebürgermeisterin für die Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde Wathlingen die Gefahr, dass in der Praxis weniger Kapazitäten für akute Notfälle zur Verfügung stehen könnten. Diese Entwicklung bedarf meiner Auffassung nach einer kritischen Neubewertung.

Auch wenn ein Hilfsfristerreichungsgrad von über 90 Prozent gutachterlich als noch angemessen bewertet wird, bleibt festzuhalten: Der gesetzlich angestrebte Zielwert von 95 Prozent wird nicht erreicht. Für die Bürgerinnen und Bürger im ländlichen Raum ist dies keine abstrakte Kennzahl, sondern eine Frage der tatsächlichen Versorgungssicherheit.

Die Freiwillige Feuerwehr der Samtgemeinde Wathlingen leistet bereits heute über ihre originären Aufgaben hinaus einen erheblichen Beitrag zur Sicherstellung der Notfallversorgung. Durch eine Vielzahl von First-Responder-Einsätzen überbrücken die Einsatzkräfte regelmäßig die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und tragen damit maßgeblich zur Stabilisierung der Versorgungssituation bei. Dieses zusätzliche Engagement erfolgt im Ehrenamt und kann strukturelle Defizite im Rettungsdienst jedoch nicht dauerhaft kompensieren. Vielen Dank allen, die uns im Ehrenamt unterstützen.

Meine Forderung ist daher an den Landkreis Celle sowie die Mitglieder des Kreistages:

•             Die ernsthafte Prüfung zusätzlicher oder alternativer Rettungswachenstandorte zur Verbesserung der Flächenabdeckung

•             Eine zeitnahe und transparente Überprüfung des aktuellen Bedarfsplans unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen auf den ländlichen Raum

•             Die Bewertung der Fahrzeugkonzeption mit dem Ziel, ausreichend Kapazitäten für echte Notfalleinsätze sicherzustellen

Die Samtgemeinde Wathlingen kann erwarten, dass die anstehenden gutachterlichen Bewertungen nicht nur analysierend, sondern auch konsequent handlungsleitend wirken. Ziel muss es sein, die Versorgungsqualität nachhaltig zu sichern.

Die Sicherheit der Bevölkerung darf nicht von statistischen Durchschnittswerten abhängen. Sie muss sich im konkreten Einzelfall bewähren!

Ihre Claudia Sommer

Samtgemeindebürgermeisterin