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Datum: 26.06.2026

Pilotprojekt in der Samtgemeinde Wathlingen
Dem Eichenprozessionsspinner auf der Spur - Pheromonfallen als zusätzlicher Baustein im Kampf gegen den EPS

Kahl stehen sie da, die Eichen. Wo vor wenigen Wochen noch dichtes Grün die Baumkronen schmückte, sind heute vielerorts nur noch Blattadern zu sehen. Ihr Anblick erinnert eher an einen Herbsttag als an den Frühsommer. Verantwortlich dafür sind die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS), die in diesem Jahr vielerorts für erheblichen Kahlfraß gesorgt haben.

Die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners stellt Kommunen und Grundstückseigentümer zunehmend vor Herausforderungen. Die Zahl der Meldungen über befallene Bäume ist hoch, und die Bekämpfung der Nester allein reicht oft nicht aus, um die Population langfristig einzudämmen. Deshalb setzt die Samtgemeinde Wathlingen neben den bewährten Maßnahmen auf einen weiteren, nachhaltigen Ansatz: den Einsatz von Pheromonfallen.

Der richtige Zeitpunkt hierfür ist der Sommer. Nachdem sich die Raupen bis zu sechs Mal gehäutet haben, entwickeln sie sich zu Faltern. Mit Beginn des Falterfluges Anfang Juli startet die nächste Generation des Eichenprozessionsspinners. Um bereits die ersten Männchen abzufangen, werden die transparenten Trichterfallen schon Ende Juni aufgehängt.

Im Inneren der Fallen befindet sich eine Pheromonkapsel, die den Duftstoff eines weiblichen Eichenprozessionsspinner-Falters verströmt. Von diesem Duft angelockt, fliegen die männlichen Falter gezielt die Falle an. Dort gelangen sie über einen Trichter in einen Fangbehälter, aus dem sie nicht mehr entkommen können. Auf diese Weise wird die Zahl der erfolgreichen Paarungen reduziert und damit auch die Anzahl der abgelegten Eier für die nächste Generation.

Ein besonderer Vorteil dieser Methode liegt in ihrer Zielgenauigkeit: Das verwendete Pheromon betört ausschließlich männliche Falter des Eichenprozessionsspinners. Andere Insekten werden nicht angelockt und bleiben unbeeinträchtigt.

Mit dem Einsatz der Pheromonfallen beschreitet die Samtgemeinde Wathlingen einen weiteren Weg, um dem Eichenprozessionsspinner möglichst naturnah und nachhaltig entgegenzuwirken. Zusammen mit dem Absaugen der Nester sowie der Förderung natürlicher Fressfeinde durch das Aufhängen von Nistkästen entsteht so ein ganzheitlicher Ansatz zur Eindämmung der Population.

Ob und in welchem Umfang sich diese zusätzliche Maßnahme bereits auf die Population des Eichenprozessionsspinners im Jahr 2027 auswirken wird, lässt sich heute noch nicht sicher sagen. Die Hoffnung ist jedoch berechtigt, dass die Kombination verschiedener Maßnahmen dazu beiträgt, den Befallsdruck langfristig zu verringern und die Eichenbestände und auch die Bürgerinnen und Bürger der Samtgemeinde Wathlingen besser zu schützen.

Auch Sie können einen Beitrag leisten: Mit dem Aufhängen von Nistkästen fördern Sie natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners und unterstützen damit den biologischen Pflanzenschutz. Wenn Sie Fragen zu den Pheromonfallen haben oder sich für deren Einsatz interessieren, sprechen Sie uns gerne an.