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Datum: 04.09.2026

Geschichte sichtbar machen - Historische Karte im Rathaus Wathlingen übergeben

Geschichte soll nicht im Archivkeller verschwinden, sondern sichtbar werden und Orientierung in einer komplexen Gegenwart bieten – davon ist der Vorsitzende des Archivbeirates, Martin Thunich, überzeugt.

Am 28. August 2026 übergab er Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer im Rathaus die Reproduktion des Kartenblattes 111 „Gr. Eicklingen“ der Kurhannoverschen Landesaufnahme aus dem Jahr 1781.

„Die Übergabe ist auch eine Anerkennung der Verwaltungsmitarbeiter, die das Bestreben um ein Samtgemeindearchiv stets fördernd begleitet haben“, betont Thunich. Die historische Karte lädt Besucherinnen und Besucher nun dazu ein, die damalige Landschaft mit der heutigen Struktur der Samtgemeinde zu vergleichen.

Die Präsentation fällt in eine Phase, in der das Samtgemeindearchiv politisch gestärkt wurde: Der Samtgemeinderat hat im Juni einstimmig beschlossen, die Führung eines Archivs in die Hauptsatzung aufzunehmen. „Damit ist das Archiv dauerhaft und verbindlich in der Struktur der Samtgemeinde verankert“, erklärte Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer.

Thunich hob die Bedeutung von Archiven für demokratische Grundwerte hervor: „Gerade in Zeiten von Desinformation, sogenannten „Fake News“ und der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz stellen Archive verlässliche, überprüfbare und nach wissenschaftlichen Maßstäben geführte Wissensspeicher dar.“

Zwischen 1764 und 1786 zogen Offiziere des Hannoverschen Ingenieurkorps durch das Kurfürstentum und fertigten das Kartenwerk an, das 165 Blätter umfasst und das gesamte Territorium Kurhannovers abbildet. Vom Original existiert heute nur noch ein Exemplar in der Berliner Staatsbibliothek.

Die Reproduktion gelangte durch eine persönliche Entscheidung nach Wathlingen: Die gebürtige Wathlingerin Marianne Mönke, die über Jahrzehnte Schulklassen durch das historische Dorf führte und inzwischen zu ihrer Tochter in den Frankfurter Raum gezogen ist, überließ die Karte dem Archiv.

Sie vertraue darauf, so Mönke, dass das Dokument dort gut aufgehoben sei – und zugleich von den Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden könne. (mt)

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