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Datum: 03.07.2026

Der Rat der Samtgemeinde Wathlingen hat das Historische Samtgemeindearchiv in der Hauptsatzung verankert

Der Samtgemeinderat Wathlingen hat in seiner Sitzung am 24. Juni 2026 beschlossen, die Führung eines „Historischen Samtgemeindearchivs“ in die Hauptsatzung aufzunehmen. Damit wird die dauerhafte institutionelle Sicherung der historischen Überlieferung der Mitgliedsgemeinden Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf verbindlich festgeschrieben.Mit diesem Schritt bekennt sich die Samtgemeinde ausdrücklich zur Bewahrung ihres kulturellen Erbes und zur Einhaltung archivfachlicher Standards. Die Sicherung, Erschließung und langfristige Aufbewahrung von Archivgut gehört zu den gesetzlichen Kernaufgaben kommunaler Selbstverwaltung. Zugleich dient dieses Historische Samtgemeindearchiv künftig als zentrale Anlaufstelle für die Übernahme und Bewahrung privater Unterlagen von kommunalem und ortsgeschichtlichem Wert. Die Geschichte der drei Mitgliedsgemeinden prägt bis heute die Identität der Region.
„In Zeiten von Desinformation, sogenannten „Fake News“ und der zunehmenden Nutzung künstlicher Intelligenz bieten sie verlässliche, überprüfbare und nach wissenschaftlichen Maßstäben geführte Wissensspeicher. Sie gewährleisten die Nachvollziehbarkeit historischen Handelns und stärken Transparenz und Rechtssicherheit“, hebt der Vorsitzende des Archivbeirats Ratsherr Martin Thunich hervor.
„Das Historische Samtgemeindearchiv trägt dazu bei, diese Geschichte zu bewahren, zugänglich zu machen und das kulturelle Erbe für kommende Generationen zu schützen. Als Gedächtnisinstitution erfüllt es zugleich eine wichtige Servicefunktion für Verwaltung und Politik sowie für Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Schulen, Studierende und Heimatforschende“, äußert Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer.
Dieser Antrag hat jedoch nicht nur eine fachliche, sondern sendet auch eine wichtiges politisches Signal an die Öffentlichkeit: Es ist gelungen, dieses Thema über Parteigrenzen hinweg zu behandeln und zu einem gemeinsamen Anliegen des Samtgemeinderates im Interesse der Allgemeinheit zu machen. Besonderer Dank gilt auch der Verwaltung, die das Vorhaben stets positiv begleitet und Grundlagen für diesen Erfolg gelegt haben.

Zentrale Ziele der Einrichtung des Historischen Samtgemeindearchivs:
1. Professionalisierung statt Insellösungen: Archivarbeit erfordert klare Standards – von konservatorischen Bedingungen über digitale Erschließung bis hin zu rechtssicherer Aufbewahrung. Die Bündelung dieser Aufgaben auf Samtgemeindeebene schafft eine dauerhaft tragfähige und professionelle Struktur.
2. Einheitliche Dokumentation und gemeinsamen Verwaltung: Viele historische Entscheidungen und Verwaltungsprozesse betreffen die gesamte Samtgemeinde. Ein zentrales Archiv gewährleistet eine vollständige, nachvollziehbare und kohärente Dokumentation und stärkt damit Transparenz und Forschung.
3. Effizienz durch Bündelung der Ressourcen: Anstelle mehrerer kleiner Archivlösungen entsteht ein leistungsfähiger gemeinsamer Standort. Dies vermeidet Doppelstrukturen, spart Ressourcen und ermöglicht Investitionen in Digitalisierung, moderne Lagertechnik und Bildungsangebote.
4. Niedrigschwelliger Zugang für Bürgerschaft und Vereine: Ein zentraler Ansprechpartner erleichtert die Nutzung und Abgabe historischer Unterlagen. Vereine, Familien und Privatpersonen erhalten eine verlässliche Beratungs- und Übergabestelle.
5. Stärkung von Öffentlichkeitsarbeit und kultureller Vermittlung: Ausstellungen, Bildungsprojekte, Kooperationen mit Schulen und Heimatvereinen sowie digitale Angebote können künftig zentral koordiniert und professionell umgesetzt werden. Das Archiv entwickelt sich damit zu einem kulturellen Zentrum der Samtgemeinde.

In dieser Sitzung berief der Samtgemeinderat auch die Mitglieder des Beirates für das Samtgemeindearchiv für weitere zwei Jahre: Matthias Blazek, Prof. Dr. Peter Claus, Florian Friedrich, Dr. Helga Hemmerich, Gunter Heuer, Marcel Kasimir, Martin Stöber, Martin Thunich.