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Insekten im Naturschutzgebiet BRAND

Text und Fotos von Werner Könecke

Weil die Schmetterlingsfauna im südlichen Landkreis Celle seit Längerem nicht mehr kartiert wurde, schlug der Schmetterlingsexperte Christoph Kayser vor, das NSG Brand bei Nienhagen mit seinen reichen Wäldern auf Schmetterlingsvorkommen zu untersuchen. Es gab von Dr. Gleichauf historische Fundmeldungen u. a. vom Kleinen Eisvogel und vom Großen Schillerfalter aus dem Gebiet. Ob diese seltenen Schmetterlinge dort noch vorkommen, wollten wir ebenfalls überprüfen. Wir beantragten die erforderlichen Genehmigungen und Ende Mai startete ich mit einer Tagfalter Suche. Gleich am ersten Tag sah ich einen Hummelschwärmer bei der Nahrungssuche. Rote Liste 1, vom Aussterben bedroht, was für ein Anfang! Bei den vielen nachfolgenden Leuchtabenden und Tagesexkursionen konnten wir neben vielen Nachtfaltern, dabei die spektakulären großen Schwärmer, auch weitere seltene Tagfalter beobachten. Der Schmetterling des Jahres 2022, der Kaisermantel war überraschenderweise recht häufig bei der Nahrungssuche auf Blüten zu finden. Der Kleine Eisvogel zeigte sich immerhin einmal. Auf einer Blühfläche am Waldrand paarten sich Schachbrettfalter. Den Buchen-Zahnspinner hatten wir nachts am Licht, aber die skurrile Raupe am Tag zu finden war reine Glückssache. Eine Artenliste aller gefundenen Falter wird zum Abschluss der Kartierung von Christoph Kayser erstellt und veröffentlicht. Im Verlauf der Begehungen und der nächtlichen Lichtfänge fotografierte ich auch auffällige und seltene Käfer und Fliegen, sodass mir der Gedanke kam, auch andere Insekten mit zu erfassen. Bei den Fliegen waren eine seltene Waffenfliege (Clitellaria ephippium), viele Raubfliegenarten wie die auffällige Gelbe Raubfliege (Laphria flava) und verschiedene Schweberbemerkenswert. Die Waffenfliegenart ist erst wenige Male in Niedersachsen gemeldet worden. Rolf Jantz fand fast zeitgleich zwei Fliegen dieser Art in der Nähe von Wathlingen. Das Aufkommen bestimmbarer Käferarten war größer. Erwartungsgemäß dominierten dabei die Bockkäfer, aber die metallisch gefärbten Blatthornkäfer waren die Hingucker. Der Grüne Edelscharrkäfer (Gnorimus nobilis) war neu für mich, zwei weitere große Rosenkäferarten (Cetonio aurata und Protaetia cuprea) sind bei uns relativ häufig. Der Feld-Sandlaufkäfer ist ebenfalls ein auffällig gefärbter Käfer, gehört aber zu einer anderen Familie. Bei den Bockkäfern hat uns der fast 3 cm große Sägebock (Prionus coriarius) beeindruckt, aber auch der Variable Stubbenbock (Stenocorus meridianus) und der Eichen-Zangenbock (Rhagium sycophanta) waren nicht viel kleiner. Viel kleiner, aber dafür umso seltener ist der Pflanzenkäfer  Pseudocistela ceramboides (RL 2). Wir hätten ihn sicher nie gefunden, wenn er nicht bei der Nachtfaltererfassung ans Licht gekommen wäre. Für 2022 ist eine Fortsetzung der Untersuchungen geplant und ich hoffe auf weitere spannende Funde.

Text und Fotos: Werner Könecke

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