Inhalt

Abschied des Samtgemeindebürgermeisters

Nun kommt der Tag, an dem ich mich als Samtgemeindebürgermeister von Ihnen verabschieden muss.

Die Entscheidung, eine weitere Wahlperiode im Amt zu bleiben, hat mir die niedersächsische Kommunalverfassung abgenommen. Der Kandidat/die Kandidatin darf am Wahltag das 67. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.

Ich habe neulich einen interessanten Satz lesen dürfen: man soll gehen, wenn die Menschen „schade“ sagen.

In meinem 71. Lebensjahr blicke ich zurück auf 40 Jahre kommunalpolitisches Wirken.

1981 wurde ich in den Rat der Samtgemeinde Wathlingen gewählt.

Der Samtgemeinderat wählte mich dann 1994 das erste Mal zum „ehrenamtlichen“ Samtgemeindebürgermeister, in der Nachfolge von Werner Heinz.

Nach der Kommunalwahl 1996 wurde ich erneut vom Rat in meinem Amt bestätigt.

Mit der Reform des Kommunalverfassungsrechts wurde die Niedersächsische Gemeindeordnung (NGO) zum 01.11.1996 geändert und die so genannte Eingleisigkeit eingeführt. Aus dem Ehrenamt wurde ein Wahlbeamtenverhältnis, mit der Funktion eines Hauptverwaltungsbeamten. Damit ersetzte der Samtgemeindebürgermeister auch den Samtgemeindedirektor.

Die NGO legte weiterhin fest, dass Samtgemeindebürgermeister*innen und Bürgermeister*innen von selbstständigen Gemeinden und Städten direkt von der Bevölkerung gewählt werden sollen.

Nachdem Sie mir mehrheitlich im November 1997 das Vertrauen ausgesprochen haben, konnte ich zum 1. Juli 1998 das Amt des ersten direkt gewählten hauptamtlichen Samtgemeindebürgermeisters antreten und somit Egon Fritz folgen, der zum 1.7.1998 in den Ruhestand ging.

Für dieses Vertrauen, dass Sie mir in all den Jahren immer wieder ausgesprochen haben, danke ich Ihnen ganz herzlich.

Heute, nach 27 Jahren als Ihr Samtgemeindebürgermeister, und davon 23 Jahren auch als Chef der Verwaltung, ist die Samtgemeinde Wathlingen gut aufgestellt. Sie versteht sich heute einmal mehr als Dienstleisterin für unsere Bürger*innen. Mit unseren engagierten Mitarbeiter*innen verfügen wir über eine zukunftsfähige Verwaltung.

Das alles war nur möglich, weil wir, überwiegend vertrauensvoll, mit dem Samtgemeinderat und den dazugehörigen politischen Gremien zusammengearbeitet haben.

Sie haben mit Ihrer guten Wahlbeteiligung in diesem Jahr die kommunale Selbstverwaltung auch für die Zukunft gesichert.

Meine Nachfolgerin im Amt, Claudia Sommer, wird die Verwaltung in Ihrem Sinne, liebe Bürgerinnen und Bürger, menschlich und erfolgreich weiterführen. Schenken Sie Ihr, wie mir in all den Jahren, Ihr Vertrauen.

Ich verlasse das Rathaus, aber nicht die Samtgemeinde! Ich gehe schweren Herzens -  demütig und doch zuversichtlich, in den sogenannten Ruhestand und freue mich auf die ein oder andere Begegnung mit Ihnen; sei es in Wathlingen, Nienhagen, Adelheidsdorf oder in meinem Heimatort Großmoor.

Auf ein fröhliches Wiedersehen verbleibe ich in alter und neuer Verbundenheit mit Ihnen als ihr Wolfgang Grube