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Datum: 19.06.2026

AKTIONSTAG »KOMMUNEN AM LIMIT«
Bund und Länder müssen angesichts der kommunalen Finanzkrise endlich handeln

Bundesweit beteiligen sich Städte, Landkreise, Samtgemeinden und Gemeinden am Aktionstag „Kommunen am Limit“, um auf die dramatische kommunale Finanzsituation aufmerksam zu machen.

Die drei kommunalen Spitzenverbände – Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund – haben gemeinsam zu diesem Aktionstag aufgerufen und fordern von Bund und Ländern, endlich entschlossen zu handeln und wirksame Maßnahmen gegen die kommunale Finanzkrise zu ergreifen.

Die Finanzlage der Städte, Landkreise, Samtgemeinden und Gemeinden ist dramatisch: Das kommunale Defizit lag 2025 bei rund 30 Milliarden Euro – ein historischer Höchststand, Tendenz steigend. Eine Hauptursache sind steigende Sozialausgaben, die die Kommunen bundesgesetzlich leisten müssen, und bei denen in der Vergangenheit der Umfang und die Standards immer weiter erhöht wurden.

Für die Bürgerinnen und Bürger wird die kommunale Finanzkrise direkt spürbar. Und sie betrifft viele kommunale Aufgaben wie z. B. die Instandhaltung von Schulen, Bibliotheken, Schwimmbäder, Kultur- und Sportangebote, den ÖPNV, die Krankenhausversorgung, die Wirtschaftsförderung und viele soziale Angebote.

In der Samtgemeinde Wathlingen sind es zum Beispiel die drei Grundschulen. Hier mussten 1,5 Millionen Euro aufgewendet werden. Zusätzlich schlug die Umsetzung der Ganztagsbetreuung mit 1 Million zu Buche. Das Land hatte die Einführung beschlossen – aber die finanzielle Ausstattung oblag größtenteils der Samtgemeinde.

Der Brandschutz erforderte 592.900 Euro und für die Betreuung der Geflüchteten wurden 368.700 Euro aufgewendet.

Nicht zu vergessen unsere Bäder: auch hier lag das Defizit bei rund 1 Million Euro.

„Mein Ziel bleibt unverändert: die Samtgemeinde Wathlingen finanziell solide, zukunftsorientiert und verantwortungsvoll weiterzuentwickeln. Dazu gehören klare Prioritäten, wirtschaftliches Handeln und ein offener Dialog mit Politik und Bürgerschaft, wie in den vergangenen Jahren.“ so Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Sommer.

Die Kommunen und ihre drei kommunalen Spitzenverbände fordern deshalb von Bund und Ländern:

  • Das kommunale Finanzierungsdefizit muss vollständig beseitigt werden. Dies kann über eine jährliche Soforthilfe, eine Erhöhung des kommunalen Anteils an den Gemeinschaftssteuern sowie notwendige Reformen in den sozialen Sicherungssystemen geschehen.
  • Der Grundsatz „Wer bestellt, bezahlt auch“ muss sofort für jede Aufgabenübertragung oder
    -ausweitung von Bund und Ländern gelten – mit einem vollständigen finanziellen und dynamisierten Ausgleich für alle Aufgaben, die den Kommunen von Bund und Ländern übertragen werden.

Die kommunale Finanzkrise ist nicht abstrakt. Sie ist sehr konkret vor Ort spürbar. Bund und Länder müssen handeln, damit der Staat vor Ort für seine Bürgerinnen und Bürger handlungsfähig bleibt.